Abstracts Dissertationen

HANNA BRINKMANN

The Cultural Eye – eine empirische Studie zur kulturellen Bedingtheit von Kunstwahrnehmung

bild1In der kunsthistorischen Forschung werden seit über hundert Jahren in theoretischen Arbeiten zur Wahrnehmung von Kunst gruppenspezifische Übereinstimmungen angenommen. Diese werden vor allem auf geographische, historische oder soziale Gemeinsamkeiten der Betrachtenden zurückgeführt. Es gibt zahlreiche Versuche, kulturell bedingte Sehgewohnheiten zu bestimmen. Sie basieren auf der Analyse von Kunstwerken und schriftlichen Quellen. Da der Sehakt jedoch post hoc nicht direkt gefasst werden kann, bleiben sie notgedrungen theoretisch-spekulativ. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „The Cultural Eye“, das sich zwischen Kunstgeschichte, visual culture studies und Wahrnehmungspsychologie bewegt, möchte die bisherigen Studien zu einer kulturellen Bedingtheit von Kunstwahrnehmung durch eine empirische Herangehensweise ergänzen, wobei Eye Tracking und Fragebögen zu Einsatz kommen.

 

ROSA JOHN

Material denken. Die kinematografische Apparatur und die Praktiken der Avantgarde (AT)

BILD2Das Dissertationsprojekt verbindet in der Fokussierung auf  Material und Apparatur technische und künstlerische Bereiche der Kinematografie. In der Verknüpfung der Analyse von industriell-konfektionierten Produkten und Filmen der Avantgarde (beides Artefakte) wird der „Eigensinn der Dinge“ erforscht. Die normierten Vorgaben der Technik präfigurieren die Bildaneignung, die experimentellen Praktiken der Avantgarde verhandeln diese Vorgaben. Die physische Erfahrung des Mediums bei der künstlerischen Operation generiert spezifisches Wissen und Denken, dessen Inkorporation zur Erweiterung filmwissenschaftlicher Befunde beiträgt. Ziel ist, Materialität, Funktionalität und potentielle Handlungsspielräume von bildgenerierender Apparatur aufzuzeigen sowie die Geschichte des Avantgardefilms auf technische Mittel und industriell determinierte Formen rückzuführen. Im Aufbau der Dissertation wird dies theoretisch begründet und im Speziellen am Beispiel der Bolex H16-Kamera und ausgewählten Filmen der 1940er bis zur Gegenwart exemplifiziert.

 

MARIA SCHREIBER

Showing/Sharing – Bildpraktiken im digitalen Zeitalter

quer_bild3 Durch Digitalisierung, Medienkonvergenz und Social-Media-Plattformen hat sich der Umgang mit Fotografie scheinbar radikal verändert. Das Smartphone ist dabei Dreh- und Angelpunkt alltäglicher visueller Kommunikation, die Zirkulation von Schnappschüssen erlangt durch Mobilität und Vernetzung der Geräte eine neue Dynamik. Doch haben sich soziale Funktionen wie Vergemeinschaftung und Identitätsstiftung, die private Fotografie schon immer hatte, tatsächlich gewandelt? Das sozialwissenschaftliche Projekt untersucht, basierend auf einer empirischen, qualitativen Studie, wie Praktiken des Teilens und Zeigens von Fotos mit und auf dem Smartphone in den Alltag von Jugendlichen und älteren Menschen eingebettet sind. Ziel ist es, zu hinterfragen ob und wie alters- und generationsspezifische Erfahrungen mit fotografischen Technologien die unterschiedliche Kulturen des Teilens und Zeigens mitkonstituieren.

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